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Donnerstag, 21. Juni 2012

Wie verkackt man innerhalb von 2 Sekunden?

Wenn du dich schon mal gefragt hast, wie du es innerhalb von 2 Sekunden bei ungefähr 50 Menschen aber sowas von verkacken kannst, hier die Antwort.



Man nehme:
  • eine kaputte EC-Karte
  • kein Bargeld
  • ein Auto
  • einen Platz im Ruhebereich
  • ein Handy
So denn:
  • fahre Auto in Parkhaus
  • benutze EC-Karte mit Zahlterminal, Automat meint EC-Karte kaputt
  • benutze Augen mit Geldbeutel, Geldbeutel enthält: nichts
  • benutze Charme mit Passanten, Passenten flüchten
  • gehe zu Bahnsteig
  • gehe auf reservierten Platz im Ruhebereich
  • warte, bis alle eingeschlafen sind oder lesen
  • benutze Handy mit Ohr

  • BRÜLLE INS TELEFON "JAAAAAAAAAAAHAHAAA HIER XYZ ICH HAB HEUTE MORGEN MEIN AUTO..."

  • Menschenmasse schreckt hoch
  • Menschenmasse schaut böse


Ein Auto, 30.000 EUR, kaputte EC-Karte, 20.00 EUR, Sitzplatz im Ruhebereich, 4 EUR, mit 50 Leuten verkacken - unbezahlbar.

P.S. Das Beste daran war, dass etwa 7 Leute gleichzeitig den Mann angeblöckt haben und er innerhalb von 10 Sekunden seine Stimme von "Marktschreier" auf "Flüstermaus" reduziert hatte. Geht doch ;)

Mittwoch, 20. Juni 2012

Woah

Heute morgen... wenn ich das jetzt schreibe, krieg ich von meiner Süßen Ärger... stiegt ne richtige Schnitte ein.

Edle Gesichtszüge, fantastischer Style, nett leicht arrogante Lippenkräuselung, feines Haar, toll geschminkt. Halt so ein Exemplar Frau, was Mann sich ganz gerne mal ansieht.


Setzt sich direkt gegenüber von mir hin und genießt ihr Leben.

Aber dann...

Zieht sie erst mal ihre Schuhe aus. Soweit ja noch im Lack und kommt öfter vor. Dann aber zieht sie Ringelsöckchen über ihre Füßchen. Und legt ihre Quanten auf den Sitz neben mir ausgestreckt ab.


Ich wusste in dem Moment nicht, ob ich freundlich grinsen sollte oder einfach irgendwie fassungslos war. Oben und außen edle Dame, unten Kind.

Manchmal ist es wirklich kurios, was für Menschen man begegnet und wie man sich täuschen kann ;)

Montag, 7. Mai 2012

Gangsteher

Jeder kennt diese Menschen.

20 Minuten vor der Ankunft werden sie langsam unruhig. Rutschen schon ein wenig im Stuhl hin und her, schauen immer wieder mal auf die Uhr und betrachten abschätzend das Gepäcknetz und das darin verstaunte Übergewicht ÜbergGepäck.

15 Minuten vor dem Anhalten wird dann leise zum Nachbarn geflüstert "dürfte ich mal grad...". Und gemeint ist damit "dürfte ich mal grad durch". "Na klar". Dann wird fleißig am Gepäck herumgebastelt und die Lektüre, der PC, die Butterbrotdose, die 2l-Maxi-Colaflasche, die Thermoskanne, das Privathandy, das Diensthandy und der obligatorische Fahrtenausdruck von der Onlinebuchung verstaut.


10 Minuten vor dem Aussteigen macht sich am anderen Wagenende der Fahrkartenkontrolleur lautstark mit "Die Faaaaaaaaahrkartn biddeeeee" oder "Isthiernochjemandzugestiegen" bemerkbar. Das bereits im Gang stehende Nervenbündel nestelt im gerade gepackten Koffer herum und zieht einen recht verknüddelten A4-Bogen heraus.

 (das ist zwar im Flieger - aber da ist es ja quasi genau so; abgesehen davon, dass die ersten Gurte schon knallen, wenn der Flieger gerade mehr oder weniger beherzt aufgeschlagen wurde)

5 Minuten vor der Final Destination kommt der Fahrtenkontrolleur näher, während der Gangsteher schon mit den Hufen in Richtung Tür scharrt. Man sieht die Gedanken "wieso gehen die da vorne nicht", "ich komme bestimmt nicht rechtzeitig raus", "will sonst niemand aussteigen", "och uns jetzt noch die Fahrkarten", "hab ich alles" und "*tilt*".

2 Minute vor Türöffnung geht es dann zur Sache. Der Gangsteher schiebt den vor sich befindlichen Gangsteher ein wenig an - schließlich muss man ja langsam mal aufrücken. Der Umgangston wird etwas härter "darf ich MA DURCH" - "ich steh doch AUCH hier!". Der Kontrolleur hat sich schon längst aus dem Staub gemacht, die Fahrtkarte befindet sich aber noch in der zusammengeballten Faust. Schweißperlen auf der Stirn.

Wie ein Sektkorken geht die Tür auf und es ergießt sich der Strom der Gangsteher auf den Bahnsteig. Als der Gang dann langsam leerer wird, packen lässig die anderen Fahrgäste ihre Sachen und schlendern zur Tür.

Im ICE wurde noch nie jemandem die Tür vor der Nase zugehauen. Wir sind hier nicht in der S-Bahn.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Verspätung mit Olympiaspurt

Heimfahrt von Frankfurt nach Düsseldorf, kurz nach Köln.

Wir werden immer langsamer und stehen schlussendlich am äh "schönen" Bahnhof Leverkusen.


Durchsage aus dem Off: "Aufgrund von Personen auf dem Gleis[...]In 10 Minuten geht es weiter".

Ok. Eigentlich keine große Sache. Wenn mein Anschlusszug nicht ungefähr 10 Minuten nach planmäßigen Eintreffen abfährt. Und dieser fährt 5 Gleise weiter ab. Ich rechne also damit, dass ich auf den nächsten Bimmelzug warten muss (etwa 25 Minuten).

Wir fahren in Düsseldorf ein und laut meiner Handyuhr sind noch gut und gerne 2 Minuten bis mein Anschluss abfährt. Ich bereite mich innerlich also auf einen grandiosen Olympiaspurt vor (bei einem negativen Körper-Leistungs-Index schwierig; anders ausgedrückt: Zu dick, zu wenig Sport).

Pumpe fährt schon mal auf 150 Schläge pro Minute. Atmung wird hechelnd.


Die Anspannung wächst, der Zug wird langsamer.

Schweißausbrüche kündigen den bevorstehenden Gewaltakt an.

Tür geht auf, nachdem der grüne Öffnenknopf von mir beinahe durch die Verkleidung gedrückt wurde.

Trolley in den Arm. Raus auf den Bahnsteig, Treppe selbstmörderisch halbspringend runter.

Mit starrem Voldemort-Blick die entgegegenströmenden anderen Reisenden beiseite fluchend zum Bahnsteig gefühlte 500m weiter.

Treppe mit jeweils zwei Stufen auf einmal nach oben.

Bis ungefähr zur 6. Stufe.

Da möchte mein Körper doch mal wieder Sauerstoff bekommen und ich verfalle in einen erstickungstot-ähnlichen Hechelzustand. Bäche von Schweiß fluten meine Hautoberfläche, rote Farbe wird kiloweise in meine Haut gepumpt.

Die letzten gefühlten 2.372 Stufen hoch zu meinem Gleis muss ich noch irgendwie hinkriegen. Mein Trolley ist definitiv zu voll, morgen lasse ich meine ganze Bibliothek zuhause.

"Eine Stufe auf einmal, das geht irgendwie" - selbstmotivierende Mantras helfen wenig, meine Muskulatur beschwert sich nach 15 Sekunden Belastung ob der völlig ungewohnten Bewegungsfrequenz.

Noch wenige Meter rauf auf den Bahnsteig. Keine Ahnung woher mein Körper gerade versorgt wird, aber durch den Mund kommt offenbar nicht genug Sauerstoff, ich kriege schon Flimmern vor den Augen.

Endlich oben. Blick auf die Anzeige.

"VERDAMMT NOCH MAL" rutscht es mir raus.

Der Anschluss hat +5 Minuten.

Donnerstag, 26. April 2012

Witzige Bahn-Weisheiten

Drüben bei Himmel, Arsch & Bahn gibt es eine Sammlung lustiger Bahn-Sprüche.

Die gesamte Seite ist sehr lesenswert - aber vorsicht: Das ist (größtenteils?) Satire.

Verzockt

Ich hatte ja erwähnt, dass die Zugreihenfolge "ab und zu mal" vom Plan abweicht.



Also habe ich mich gestern entschieden auch unter die Zocker zu gehen. Habe mich also dahin gestellt, wo mein Wagen stehen müsste, wenn er wieder mal außer der geplanten Reihe eintrudelt.

Ich stehe also da und dann fährt der Zug vor meinem Zug ein.

Ok... lange Minuten vergehen, eigentlich müsste so langsam mal der Zug wieder abfahren, schließlich möchte doch meiner Einfahren.

Dann eine Durchsage, dass der gerade stehende Zug technische Probleme bei der Abfahrt hat und folglich verspätet losfahren wird.

Mein Zug ist noch nicht da.

Dann die nächste Durchsage... mein Zug fährt heute von einem anderen Gleis ab, weil das geplante Gleis offensichtlich nicht frei ist.

Also nix wie rüber aufs andere Gleis - den Weg zu finden war einfach, die Masse hat mich mitgezogen.

Und die Zugreihenfolge stimmte dann ausnahmsweise mal.

Egal was ich mache. Ich werde nie erfolgreich im Glückspiel sein.

Mittwoch, 25. April 2012

Der endlospeinliche Abschied

Auf einem Gleis weiter wurde ich Zeuge einer Situation, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Aber wenn euch von Paaren, die händchenhaltend und entscheidungsunfähig an der Wursttheke stehen schon schlecht wird, dann lest lieber nicht weiter.

Jedenfalls. Ich stehe auf meinem Gleis und starre mit außerordentlich intelligentem Gesichtsausdruck in die Unendlichkeit. Da fokussieren meine Augen selbständig auf ein kurioses Pärchen.

ER ungefähr 3 Meter 20 groß, Typ deutscher Michel. SIE geschätzte 70cm große richtig schicke Asiatin auf Highheels.


Er streicht ihr immer wieder am Kopf endlang und will sie offensichtlich küssen. Sie dreht den Kopf immer wieder seitlich weg und er darf ihre Wagen küssen (oder abschlecken - ich stand ja bestimmt 20m davon entfernt). Sie hat dann im Gegenzug auch seine Wage geküsst - sie war geschickt und konnte seinem Mund ausweichen. Er dann wieder so die sanfte Tour ausgepackt und die Stirn liebkost und dann die Ohren eingenässt...

Wenn er sie wieder seitlich anknabbert, dreht sie ihren Kopf in meine/unsere Richtung. Ihr Gesichtsausdruck sagt "oh man, wann ist das endlich vorbei, aber ich bin eine höfliche Asiatin und grinse einfach mal weiter". Immer wieder versucht sie sich aus seiner Schraubstockumarmung zu lösen, aber er ist körperlich einfach der dominante Typ (sonst schätzungsweise eher nicht, so wie der in Zeitlupe vorgeht... oO).

Irgendwann kann sie sich losreißen. Steht etwa 2m von ihm entfernt, er schaut wie ein treudoofer Dackel mit gesenktem Kopf in ihre Richtung (bei einem 3m-Mann eine durchaus nicht unlustige Haltung). Sie dreht sich dann auf den Hacken um und rennt fast schon Richtung Ausgang. Er geht schlendernd zu seiner Zugtür - und dreht sich nach jedem 2. Schritt um. Sie dreht sich gar nicht um.



Was lernen wir daraus? Jungs... wenn ein Mädel euch wiederholt die Wange zudreht und offensichtlich "begeistert" von euren Eislutsch-Phantasien ist... dann will sie nicht rumknutschen, ok???

Der Jung tat mir schließlich doch irgendwie ein bisschen leid. Ein klitzekleines bisschen jedenfalls. Ihre Erleichterung nach ihrem geglückten Befreiungsschlag hingegen war quer durch den ganzen Bahnhof zu spüren und hat uns alle irgendwie angesteckt.

Es ist skuril, was und wen man alles so beobachtet. Und man lernt daraus... die nächste Verabschiedung von der eigenen Süßen wird etwas männlicher durchgezogen ;)


Dienstag, 24. April 2012

"Ich bin hier im Ruhebereich ich darf nicht telefonieren"

Gestern auf der Heimfahrt. Schräg gegenüber sitzt jemand mit Rucksack auf dem - ganz sicher auch bezahlten *hust* - Beifahrersitz.

In den untiefen besagten Rucksackes geht auf einmal ein Handy-Alarm los. Der Mitfahrer stöhnt und murmelt "och nö" leise vor sich hin. Nach 20 Sekunden herumkramen findet er das Corpus Delicti und stellt den Ton ab. So jedenfalls glaubt das der Durchschnittsbegabte. Und schmeißt das Gerät wieder in den MüllRucksack.


Aber geirrt. Keine 30 Sekunden geht dann das Gebimmel los. Und zwar so richtig schon nervig der klassische Klingelton aus dem 18. Jahrhundert. Riiiiiiiiiiiiing. Riiiiiiiiiiing.

Mitfahrer kramt wieder herum Riiiiiiiiiiiiing Riiiiiiiiiiing und schließlich findet er sein Handy wieder.

Riiiiiiiiiiiiing Riiiiiiiiiiing Mit selbigen läuft er dann Riiiiiiiiiiiiing Riiiiiiiiiiing zum Wagenende hinter die automatische Glastür Riiiiiiiiiiiiing Riiiiiiiiiiing. Diese schließt nicht sonderlich schnell und so hören wir an unserem Vierertisch (alle in Lektüre vertieft) "ich bin hier im Ruhebereich und darf nicht telefonieren".

Mein Sitznachbar trocken vor sich hin: "Ja schön wär's".

Da war es mit der Ruhe für einen Moment vorbei, weil wir alle mal herzhaft lachen mussten. Also der Mitfahrer dann zurückkam, wurde er auch lächelnd in Empfang genommen. Es war ihm sichtlich unangenehm und immerhin hat er so für ein wenig Aufheiterung gesorgt und ich glaube wir waren schlußendlich alle irgendwie dankbar.